Honig im Kopf

„Honig im Kopf“ ist besser, als ich dachte. Die Geschichte um den an Alzheimer erkrankten Großvater Amandus wartet mit deutlich mehr Ernsthaftigkeit auf, als ich vermutet hätte. Das liegt einmal daran, dass den Schwierigkeiten, die mit der Betreuung von Alzheimer-Patienten einhergehen, genügend Platz eingeräumt ist. Schade ist, dass letztlich nur Sarah, Amandus‘ Schwiegertochter, an diesen Schwierigkeiten zu leiden scheint. Das lässt sie negativer erscheinen als nötig. Andererseits endet „Honig im Kopf“ nicht im Klamauk, weil die Schauspieler überzeugen – allen voran Emma Schweiger als das Enkelkind. Ihr Blick auf die Krankheit, ihre natürliche Offenheit, gibt dem Film seinen Charme. Aber auch Dieter Hallervorden gelingt es, in seiner Rolle aufzugehen. Die Zerbrechlichkeit eines alten Mannes ist überzeugend dargestellt. Nur selten scheint der Blödelbarde durch, oft genug bleibt einem das Lachen im Halse stecken. Dass am Schluss noch ein Happy-End bei der Beziehung der Eltern konstruiert werden musste, passt daher nicht so richtig zu dem Film. Seine Stärke hat er, wenn er die Alzheimer-Erkrankung liebevoll inszeniert. Sei es durch die Erklärungen des Kinderarztes, sei es durch die kindlich-kindischen Freuden des alten Mannes.

Anschauen lohnt sich!


Honig im Kopf,
Regie: Til Schweiger

Barefoot Films, 2014

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