Auf dich abgesehen

Bei Robert läuft alles. Bis er eines Abends sein Handy liegen lässt und jemand damit ein Foto postet, das eine Beziehung auseinanderbringt. Die Hetzjagd auf Robert beginnt. Ein typisches Jugendbuch zum Thema Mobbing also.

Allerdings eines, das mit heißer Nadel gestrickt ist. Die Handlung ist stellenweise ziemlich abstrus. Nicht nur, dass Robert in keinem Moment das Posting löschen will, zugleich wird er später von der Polizei als „Amokläufer auf der Flucht“ gesucht, was in allen Zeitungen stehen soll. Das ist nicht nur Übertreibung, das ist Unsinn! Genervt hat mich auch, dass fast alle Kommentare zu Roberts Posting mit Rechtschreibfehlern versehen sind – als ob Mobber per se kein Deutsch können.

Dabei hat mir der Anfang des Buches recht gut gefallen. Robert ist ein sympathischer Typ, fast schon ein Kumpeltyp. Alles andere als ein Mobbing-Opfer, keineswegs ein Außenseiter. Auch schöne sprachliche Bilder gibt es. So spricht Robert vom Riss in der Realität, steht da „wie festgetackert“. Dass er rückblickend seine Geschichte erzählt, macht die Ereignisse zunächst sehr glaubhaft. Aber leider eben nur zunächst. Schade drum!

Daniel Höra:
Auf dich abgesehen

Carlsen Clips, 2015,
ISBN 9783551313539

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