50/50

Mit 27 Jahren erhält Adam die Diagnose Krebs. Die Chancen fürs Überleben, googelt Adam, stehen 50/50. Was nun? Beinahe nüchtern informiert er seine Freundin und seinen besten Freund Kyle, dann seine Eltern. Wie die Umwelt von Adam auf diese Nachricht reagiert, das ist der eine Teil von 50/50. Wie Adam selbst damit umgeht, der andere. Der Film changiert dabei immer wieder von Ernst zu heiterer Fröhlichkeit. Wenn die Mutter sich zuallererst darüber beschwert, dass Adam mehrere Tage gewartet hat, bevor er sie informierte. Wenn die Mutter sofort zu Adam ziehen will, um sich um ihn zu kümmern. Wenn die Mutter als allererstes der Therapeutin ihres Sohnes sagt, sie bemuttere ihn nur aus Liebe so sehr. Dann, ja: dann ist das komisch. Urkomisch sogar. Wenn Adams Freund Kyle medizinisch verordnetes Gras besorgt, mit der Begründung, damit seiner Nachtblindheit Herr zu werden Dann ist das komisch. Saukomisch sogar. Wenn Adam die Bilder „Befreiung“ und „Unterdrückung“ seiner Freundin verwechselt – dann ist das komisch. Zum Schreien komisch.

Wenn aber der Moment der Diagnose mit dem ungläubigen Zweifeln dargestellt ist, wenn dann die unbeholfenen Versuche der Therapeutin gezeigt werden, zu helfen. Wenn Adam absichtlich verkehrt in eine Einbahnstraße einbiegt. Dann ist der Ernst wieder in den Film eingezogen. Und wenn dann auch noch eine sanfte Liebesgeschichte entsteht, dann nimmt man das nur zu gerne an, wenn es auch alles andere als realistisch ist.

Der Film besticht aber nicht nur durch die gelungen Mischung aus Ernst und Humor, sondern auch durch die gelungenen, gestochen scharfen Dialoge. Es werden klare, schräge Charaktere gezeichnet, die klare, schräge Dialoge halten.

Ein rundum gelungener Film!

50/50 – Freunde fürs (Über)Leben
Regie: Jonathan Levine

Erscheinungsjahr: 2011