Tote tragen keine Karos

Lange ist dieser Film bei mir verstaubt, bis ich ihn nun doch heute angesehen habe – und ich habe mich köstlich amüsiert!

„Tote tragen keine Karos“ ist eine Parodie auf die Detektivfilme der 1940er Jahre und äußerst raffiniert gemacht. Es gibt nicht nur Anspielungen auf andere Filme, sie sind auch – zumeist äußerst unauffällig – in den Film selbst hineingeschnitten.

Der Film lebt zunächst von Anspielungen auf andere Filme und der übertriebenen Parodie. Der Privatdetektiv Rigby Reardon ist natürlich ein Schürzenjäger sondersgleichen, sein Detektivbüro kurz vor der Schließung, bevor eben jener eine Fall hereinkommt, der wieder Geld in die klamme Kasse spült. Eine – natürlich attraktive – Klientin will den Tod ihres Vaters aufgeklärt wissen. Und natürlich verliebt sich Rigby sofort in sie, auch wenn ein anderslautender Ratschlag sein Büro als Schild ziert. Zudem gibt es so einiges an running gags. Dabei gehört der Name des Kreuzfahrtschiffs „Immer essen“ zu den eher schlechteren. Die Auflösung wird am Schluss ganz und gar grotesk – mehr sei aber nicht verraten.

Auch wenn einem all die  filmischen Anspielungen nicht (er)kennt (auf Wikipedia findet man sie aufgelistet) , erweist sich der Film dennoch als witzige Persiflage auf das Detektivfilm-Genre. Übrigens: Der Titel „Tote tragen keine Karos“ hat eigentlich so gar keine Bedeutung.

Tote tragen keine Karos
(Dead Men Don’t Wear Plaid)
Regie: Carl Reiner,
Drehbuch: Steve Martin, 1982

Grrrimm

Sie kennen Rotkäppchen? Dornröschen? Die sieben Zwerge? Aber nicht so, wie Karen Duve sie erzählt. Denn ihre Märchen nehmen spätestens nach den ersten Minuten einen ganz anderen Verlauf als wir ihn kennen. Manch‘ Märchengestalt entpuppt sich als keineswegs so gut wie gedacht und manch‘ Nebenfigur erhält plötzlich die Hauptrolle.

Die überraschenden Wendungen, die Karen Duve in ihre Märchen eingebaut hat, lassen die Märchen-Parodien zu einem Hörgenuss werden. Duve gelingt es, lebendig und anschaulich zu schildern, wie ihrer Meinung nach die Märchen verlaufen sollten. Dabei bleibt sie durchaus dem Stil der Märchen verhaftet, allerdings geht es ab und an doch etwas derber zu.

Es sind intelligent gemachte Märchen-Parodien, die keineswegs in Albernheit abgleiten, wie man es allzu oft bei Parodien von Märchen findet.  

Langweilig wird einem beim Zuhören nicht.

Karen Duve:
Grrrimm,
2 Audio-CDs
Verlag Roof Music,
erschienen 2012