Geld her oder autsch’n! (DVD)

Naja. René Mariks Maulwurf ist Kult. Marik hat sich mit seinen einfachen Figuren (Maulwurf, Eisbär, Frosch) und witzigen Dialogen bis ins Fernsehen hochgearbeitet. Puppentheater als Comedy-Format: das muss man erstmal hinbekommen. Wahre Kleinkunst, die Spaß macht – schräg, skurril, absurd.

Der Maulwurf ist durch seinen Sprachfehler witzig (Ze Haage? Jemand ze Haaaaage? De Maulwurfn is da!) –  und die dadurch immer grotesk ablaufende Dialoge mit dem Frosch. Etwas neuen Wind hat dann der Eisbär in Mariks Bühnenprogramm gebracht, der auch einige Solonummern bekommen hat (zum Beispiel beobachtet er das Sinken der Titanic von seinem Eisberg aus). Das war gelungenes Puppenspiel mit Kultfaktor.

Von all dem ist in dem neuen Film von René Marik aber leider nicht viel übrig geblieben. Die Handlung ist absolut platt: Ein Puppentheater steht kurz vor dem Ruin, also beschließen Kasper, Gretel & Co. den Eisbären Kalle, der immer vor vollem Haus spielt, zu entführen. Vom skurrilen Witz der Dialoge in Mariks Programm ist nicht viel übrig. Das liegt vor allem daran, dass die Zahl der beteiligten Figuren (sprich Puppen) viel höher ist. Und das Krokodil hat wie auch Gretel so gar nichts Pfiffiges, so gar nichts Besonderes, es sind keine Typen, und folglich sind sie auch nicht witzig.

Nur an wenigen Stellen im Film gibt es Dialoge, die wirklich lustig sind. Störend wirken außerdem die mitspielenden Menschen – ja, der Koks beschaffende Manager von Kalle passt gut in den Film, aber alle anderen – überflüssig. Schade, dass es René Marik nicht gelungen ist, in seinem Film das Flair des Bühnenprogramms rüberzubringen.

René Marik:
Geld her oder autsch’n.
Kasper, Koks und Kokolores.
Universum Film 2013