Morbus Dei

Ein Dorf irgendwo in Tirol im Jahr 1703: Johann flieht, nachdem er einen geldgierigen und betrügerischen Bauern schwer verletzt hat, und gelangt völlig entkräftet in ein abseits gelegenes Dorf. Ein Dorf, das seine Geheimnisse hat. Eines davon ist die „Gottesgeißel“, die das Dorf bedroht. Nach und nach findet Johann heraus, was sich dahinter verbirgt. Und er verliebt sich in die Tochter von einem der Bauern. Nicht genug, dass der Bauer damit so gar nicht einverstanden ist, die Lage im Dorf spitzt sich zu, als eine versprengte Gruppe bayerischer Soldaten ins Dorf kommt und Quartier bezieht.

Den beiden Autoren, Bastian Zach und Matthias Bauer, ist es gelungen, ein stimmiges düsteres Bild zu schaffen. Und in diese Mischung aus Argwohn, Aberglaube und Aussatz sind die Hauptfiguren hineingestellt mit ihren edlen Zügen und mit ihren inneren Gewissensnöten. Am spannendsten ist vielleicht die Figur des Kajetan Bichter – ein Pfarrer, der sich heimlich davonschleicht, der voller innerer Zweifel und Fragen ist. Ein Pfarrer, der sich geißelt, um sich zu bestrafen – und um eine Antwort von Gott zu erhalten. Für Spannung sorgt auch die Parallelführung zweier Handlungsstränge im dritten Teil des Buches.

Fazit: ein gelungener Roman, der Spannung garantiert und eine interessante Figurenzeichnung hat. Einziger Nachteil: Wer wissen will, wie es weitergeht, muss den zweiten Teil der Trilogie lesen.  

Bastian Zach/Matthias Bauer:
Morbus Dei – Die Ankunft

Haymon Verlag,
ISBN 9783852188461
(erster Teil einer Trilogie!)