Heute ist morgen schon gestern

„Heute ist morgen schon gestern“ – das sind Poetry-Slam-Texte über Gott und die Welt. Marco Michalzik gibt sich dabei eher als ein Suchender, weniger als ein Findender. Er spricht darüber, dass man Gottes Größe so gar nicht begreifen und erst recht nicht beweisen kann, dass er aber dennoch sich von Gott getröstet weiß.

Das ist für mich das Spannende an Michalziks Texten: sie stellen Fragen und wünschen sich doch Antworten. In „Es war einmal“ wird das mit am deutlichsten: Jedes Leben sollte doch wie ein Märchen sein – und am Ende gut ausgehen, wünscht sich der Autor. Doch ob es wirklich so ist, bleibt als offene Frage im Raum. Neben der Hoffnung, die vor allem in den ersten Liedern der CD immer wieder zum Thema wird, gibt es auch eher melancholische Lieder über Trennung, Leid und Schmerz. Besonders gelungen ist das Lied „Nachtwache“, das von der unerträglichen Stille handelt. Darin heißt es zum Beispiel: „Nur ein Wort! Egal welches! Mehr musst du ja gar nicht sagen. Nur ein Wort, um nicht noch länger die Stille dieses Zimmers zu ertragen und allein zu bleien mit den Fragen, auf die sie keine Antwort haben.“

Während es in den ersten und letzten Liedern um die eigene Gefühlswelt geht, sind im Mittelteil Lieder über Menschenhandel, die Anschläge von Paris und die Flüchtlingshilfe zu finden. Ein wenig wirken sie wie ein Fremdkörper. Als „moderne Psalmen“, wie es der Verlag tut, würde ich Michalziks Lieder nicht bezeichnen. Nichtsdestotrotz kann man die meisten von seinen Liedern mehrmals, nein, immer wieder anhören. Je nach Laune und Stimmung, in der man ist.

Marco Michalzik feat. Pala Friesen:
Heute ist morgen schon gestern.
Poetry Slam-Texte über Gott und die Welt
Gerth Medien, ISBN 9783957341549

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