Andreas Pflüger: Endgültig

Sie geht ins Bad und blickt in den Spiegel und stellt sich ihr Gesicht vor, wie sie es jeden Morgen tut. Immer sieht sie sich auf dem einen Foto. Sie posiert breitbeinig auf der Terrasse von Sandra und Pavlik, trägt einen Cowboyhut der Zwillinge, zieht zwei Spielzeugrevolver aus den Holstern und lacht. Dieses Foto ist die einzige Erinnerung an ihr Gesicht. Es wird nie altern und ist für alle Zeit in diesem Moment auf der Terrasse eingefroren. In jedem Shinto-Schrein befindet sich ein Spiegel. Wenn man hineinschaut, soll man sich selbst erkennen. Den eigenen Mut. Die eigene Angst. Das, was man ist.

Andreas Pflüger: Endgültig,
Thriller, Suhrkamp, Berlin 2016

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