Ein Geheimnis

Das Spannende an Claude Millers Film „Ein Geheimnis“ ist die Konstruktion des Films: „Ein Geheimnis“ ist die Zelebration der Auflösung eines Familiengeheimnisses, erzählt auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen.

Zunächst befindet man sich in den 50er Jahren, bei dem jungen Francois, dann in den 30er Jahren, bei dem jungen Simon und seinen Eltern, auf der Flucht vor den Nationalsozialisten. Die Verbindung der zwei Ebenen wird durch die Erzählung des gealterten Francois immer deutlicher. Mit 15 Jahren hat er zum ersten Mal von dem Familiengeheimnis gehört. Stück für Stück wird es im Film aufgelöst. Claude Miller zeichnet so – nach dem Roman von Philippe Grimbert – das Bild einer zerbrochenen Familie.

„Ein Geheimnis“ behandelt die Jugend eines jüdischen Jungen eher am Rande, es ist kein Film, bei dem man heulen muss. Dafür gibt es zu viele Wechsel der Zeitebene. Trotzdem gelingt es dem Film sehr direkt zu zeigen, womit die Familie in den 30er Jahren konfrontiert war, indem Auseinandersetzungen innerhalb der Familie gezeigt werden. Vergleichsweise knapp wird dagegen das eigentliche Geheimnis erzählt. Dies verdeutlicht gut die Machart und die Absicht des Films: es geht nicht um Effekthascherei, um die Tränendrüse. Es geht um den fast schon nüchternen Blick auf eine Familiengeschichte, die im Nationalsozialismus ihre Bruchstellen erhielt.


Ein Geheimnis,
Regie: Claude Miller

Arsenal Filmverleih 2009

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