Die schützende Hand

„Die Wahrheit ist das letzte, das hier jemand wissen will.“ – in seinem Krimi „Die schützende Hand“ lässt Wolfgang Schorlau den Ex-BKA-Beamten Dengler in vermintes Gelände: Dengler soll sich auf die Suche nach der Wahrheit um den Tod von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt machen. Und je mehr Dengler sich für seinen mysteriösen Auftraggeber auf Spurensuche begibt, um so deutlicher wird, dass es ein Spiel um die Wahrheit ist – darum, wer die Deutungshoheit in Sachen NSU hat.

Man merkt es dem Krimi an, dass Denglers achter Fall für Wolfgang Schorlau mehr als nur ein Kriminalfall ist. Akribisch, beinahe schon pedantisch wird immer wieder aufgelistet, was alles nicht zusammenpasst in der offiziellen Erklärung des Tods der beiden Verbrecher. Wären da nicht die vielen eingefügten Originalzitate aus Untersuchungsberichten, Zeitungsartikeln, Protokollen und die vielen Fußnoten, die erklärend ergänzt sind, man hätte den Eindruck, dass Schorlau zu viel schlechte Filme mit zu viel schlechten Verschwörungstheorien geschaut hat.

So handelt es sich bei „Die schützende Hand“ aber um eine faszinierende Mischung aus Fiktion und Realität. Wobei der Geheimdienst, so will ich hoffen, doch kein so extremes Eigenleben hat, wie es der Detektiv Dengler entlarvt.

Mit „Die schützende Hand“ ist es Wolfgang Schorlau gelungen, ein politisches Thema literarisch spannend aufzubereiten.

Wolfgang Schorlau:
Die schützende Hand,
Denglers achter Fall

Verlag Kiepenheuer & Witsch, 2015,
ISBN 9783462046663

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