George & Joshua – Der Weg der Hoffnung

hannahben_georgeundjoshuaEin ungewöhnliches Jugendbuch ist George & Joshua von Hannah Ben. Ungewöhnlich deshalb, weil die Autorin Hannah Ben einen Schreibstil pflegt, der eher an die Bücher der Empfindsamkeit á la Sophie de la Roche erinnern: sentimental & anstrengend zu lesen.

Der Titel des Buches ist etwas missverständlich, denn eigentlich geht es um George, und kaum um Joshua. George, ein Musterknabe an einer Klosterschule, steht im Mittelpunkt des Jugendbuches. Auf seine Innensicht fokussiert sich die Autorin. Doch leider hat George da anfangs fast nichts zu bieten. Er wirkt naiv, trotz seiner 15 Jahre ist er absolut kindlich und geht dem Leser bereits nach den ersten Seiten gehörig auf den Keks. Zudem wirken seine Gedanken wie auch die Dialoge eher den 50er Jahren entnommen als dass sie von heutigen Jugendlichen stammen könnten.

Das wäre weiter nicht schlimm, wenn nicht Georges Gedanken- und Gefühlswelt in der ersten Hälfte des Buches fast wie ein Mantra immer wieder auf die gleiche Art und Weise wiederholt würden. Dies geschieht zumeist durch eine Anhäufung von Fragen – Was will Joshua von mir? Was will Johannes von mir? Warum mag er mich nicht? Was kann ich tun, damit er mich mag? George will es allen recht machen und will gemocht werden, seitenlang die gleiche Leier.

Zu der nervigen Anhäufung von Fragen kommt die inflationäre Verwendung der Auslassungspunkte (…) und der Gedankenstriche, die das Lesen streckenweise sehr mühsam werden lassen. Hier zeigt sich der Nachteil des fehlenden Lektorats.

Erst wenn im zweiten Drittel des Buches George immer selbständiger wird, seinen Mann steht, und – ja! –  George und Joshua zueinander finden, entwickelt sich auch der Sprachstil etwas.

Was man Hannah Ben zugute halten muss ist, dass sie – im Gegensatz zu manch anderen Autoren der Empfindsamkeit – nicht kitschig wirkt. Nein, ihr Buch ist an vielen Stellen sehr feinfühlig, vor allem, wo es um Liebe geht. Es wird das Knospen einer sanften, behutsamen, empfindsamen Liebe geschildert. Georges Liebeseingeständnis erfolgt gerade nicht Joshua gegenüber, Anziehung und Ablehnung halten sich zwischen den beiden zunächst die Waage. Der Glaube spielt für George zudem eine sehr wichtige Rolle. Ein sehr untypischer Coming-out-Roman also, eher ein Entwicklungsroman, der aufzeigt, wie wichtig es ist, von anderen Anstöße zu bekommen, um seinen Platz im Leben zu finden.

Das Buch ist zurzeit im Handel nicht erhältlich, da der Vorwurf im Raum steht, dass es sich um ein Plagiat handelt.

Hannah Ben: George & Joshua. Der Weg der Hoffnung
Creative Space Independent Platform, ISBN  9781512312867

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