Das Mädchen, das rückwärts ging

Ein 8-jähriges Mädchen wird vermisst. Der Alptraum einer jeden Mutter beginnt: Sie hat ihr Kind kurz aus den Augen gelassen, macht sich Vorwürfe und beginnt mit der Suche. Tagelang, wochenlang, monatelang, jahrelang sucht sie nach ihrer Tochter Carmel. Sie lebt von der Hoffnung, dass Carmel noch lebt.

Aus zwei Perspektiven erzählt Kate Hamer diese Geschichte. Auf der einen Seite ist die Mutter, die anfangs Tag für Tag ihre Suche erzählt, später dann sporadischer. Fünf Jahre nach dem Verschwinden Carmels beginnt sie sogar wieder zu arbeiten.

Auf der anderen Seite ist die Tochter, Carmel. Der Leser weiß also von Anfang an, dass Carmel noch lebt. Aber ob die Geschichte gut ausgeht, das bleibt bis zuletzt spannend. Denn – so viel sei verraten – das Ehepaar, bei dem Carmel nun unterkommt, gibt sich als ihre Großeltern aus. Der Zuhörer weiß jedoch bald: das kann nicht sein. Das Ehepaar versucht in der Zwischenzeit, die besonderen Kräfte des Mädchens auszunutzen. Dies wird recht unkritisch dargestellt, sodass dieses Hörbuch für Hörer, die mit Spirituellem/Mystischem nicht so viel anfangen können, nur bedingt geeignet ist.

Gefallen hat mir die eindringliche Sprache des Hörbuchs. Deutlich sind die Stimmen des Mädchens und ihrer Mutter unterscheidbar, sodass man das Hörbuch gut auch im Auto hören kann, ohne den Faden zu verlieren. Auch die Gefühlswelten von Tochter und Mutter sind nachvollziehbar und – vor allem! – nachfühlbar beschrieben.

Wenn das Hörbuch vom Inhalt her durch den mystischen Touch etwas abgefahren ist, ist die Geschichte doch spannend geschildert und absolut hörenswert!

Kate Hamer:
Das Mädchen, das rückwärts ging
gesprochen von Julia Nachtmann und Katinka Kultscher
Goya Lit 2015, 4 CDs,
ISBN 9783833733789

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