Die ganze Wahrheit

Tastenkabarett – so nennt Axel Pätz selbst sein Kabarettprogramm. Auf der CD „Die ganze Wahrheit“ sind Lieder ganz unterschiedlicher Couleur versammelt. Da geht es zum einen um die alltäglichen Triebe vom Essen („Ich hab Hunger und Durst – ich will Cola und Wurst“), zum anderen aber um die weniger alltäglichen Triebe, wenn Axel Pätz singt: „Wollten Sie nicht längst mal wen erschießen? Leg’n Sie doch mal einfach jemand um“. Da wirken die Lieder von Pätz wie Moritaten der Weimarer Republik: Mein Lieblingslied ist das zünftig mit Akkordeonbegleitung vorgetragene Lied vom „Baby im Gefrierfach“, ein ganz und gar makabres Lied, in das auch die Rechtfertigung vor dem Richter eingebunden ist.

Dagegen wirken die Lieder über den Einkauf bei IKEA oder über das Geburtstrauma eher seicht und man kann sich nur wundern, wie innig sie Pätz vorträgt. Für Pätz scheint es kein Widerspruch zu sein, dass groteske Lieder neben einfachen Liedern  stehen wie „Leben ist schön“, die ohne jegliche Tiefsinnigkeiten auskommen. Unterhaltsam sind die zwölf Lieder auf der CD allemal.

Axel Pätz:
Die ganze Wahrheit

Tastenkabarett-Lieder, 2010

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