Die Akte Elysium

Schon lange ist mir kein so spannendes Jugendbuch in die Finger geraten wie „Die Akte Elysium“. Allerdings auch keines, dessen Handlung so unrealistische Züge hat.

Joe Slatterys Mutter ist tot. Gestorben bei einem Autounfall. Doch bald schon kommen ihm erste Zweifel, dass es wirklich ein Unfall war. Und nach und nach entwickelt sich eine ziemlich spannende Suche nach dem Mörder seiner Mutter, in der es vor ehemaligen KGB-Spionen, der russischen Mafia, falschen Freunden und echten Helfern nur so wimmelt. Nicht zu vergessen: ein Ukrainer, der der Schlüssel zu der ganzen Geschichte sein könnte – wenn er nicht verschwunden wäre. Hinzu kommt eine alte, verwunschene Villa namens „Elysium“, zu Deutsch: Paradies, eine schillernde Ex-Diva und ein Jahrzehnte zurückliegender Mord.

Was mir an dem Buch sehr gefallen hat, ist der Spannungsbogen, der sich bis zum Schluss durchzieht. Immer wieder gibt es neue Erkenntnisse, neue Gefahren – und Schritt für Schritt tastet man sich an der Seite der Hauptfigur im Dickicht des Geschehens voran. Allerdings muss man als Leser um der Spannung willen in Kauf nehmen, dass sehr viel nicht nur unrealistisch wirkt, sondern zutiefst unrealistisch ist. Da gibt es haufenweise Gangsterbosse und ihre Killer, die Joe (fast) nichts anhaben können und haufenweise glückliche Zufälle, die Joe weiterhelfen. Aber: die Auflösung ist absolut unerwartet.Und ja: der Schluss ist etwas arg schmalzig.

Sympathisch war mir die Hauptperson, Joe Slattery, der ein wenig schlacksig durch die Gegend stiefelt, begleitet von seinem Hund Oz. Er hat etwas von einem Anti-Detektiv, dem nur die Zufälle (und Freunde, die im richtigen Moment zur Stelle sind) helfen können …

Sam Hepburn:
Die Akte Elysium

Carlsen-Verlag 2014,
ISBN 9783551520623

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