Carrie La Seur: Denn wir waren Schwestern

„Die Kälte einer Januarnacht in Billings, Montana, trifft dich persönlich, in Körper und Geist. Sie kennt deine Schwächen, sie spricht mit deinen Ängsten. Wenn du an einen Gott glaubst, dann schiebt sich diese Kälte wie ein Schleier zwischen dich und deine Gottheit. Sie lauert dir auf, wenn du allein bist, dort, wo sie dich niederringen kann. Wenn du weiß bist und aus einer der alten Familien stammst, flüstert sie dir ins Ohr, wie einsam und schutzlos du ihr in dem endlosen flachen Land ausgeliefert bist. Sie klingt wie das Geheul der Wölfe und dröhnt wie der Schall von Trommeln an all den leeren Orten, an denen du dich fragst, wer du bist und was du in höchster Not tun würdest. In dieser Kälte begreifst du endlich, dass du kein bisschen tapfer bist.“

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