Der Tag X

Eine Frau reist um die Welt, um dem Schmerz der Erinnerung zu entkommen. 100 Tage verbringt sie immer an einem Ort, bevor sie zum nächsten Ziel aufbricht, keinen Tag länger. Am Tag X, dem 50. Tag, entscheidet sie, wohin sie als nächstes reist, angeleitet von zufälligen Beobachtungen, die sie an diesem Tag macht.

Diese originelle Idee ist die Grundlage von Sabine Theadora Ruhs Kurzgeschichte „Der Tag X“. Auf 14 nicht allzu dicht bedruckten Seiten in Postkartengröße breitet die Autorin das Ambiente dieses Reise-Daseins aus.

Die Geschichte von dieser Frau lässt sich in fünf Minuten lesen, und wie es sich für eine Kurzgeschichte gehört, bleiben viele Fragen über diese Frau, die sowohl getrieben wirkt als auch besonders frei zu sein scheint, offen.

Sprachlich ist dieser kurze Text absolut treffend formuliert. Es gibt wunderschöne Bilder, etwa wenn der Mann „mit einem großen Frieden im Gesicht“ schläft, oder wenn der Beginn der Beziehung lapidar als „Sie waren sich zugelaufen“ beschrieben wird. Einziger Wermutstropfen ist der Druckfehlerteufel, der – zumindest in der gedruckten Version – an manchen Stellen zugeschlagen hat. So ist in dem Heftchen das Gitarrenspiel nicht virtuos, sondern virtuell, und der Mann tut etwas wohl möglich statt womöglich.

Sabine Theadora Ruh: Der Tag X
Kurzgeschichte, im Handel nur als ebook erhältlich 

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