Oh Boy

Niko ist auf der Suche. Auf der Suche nach sich selbst und überhaupt. Er ist 27 Jahre alt und denkt über sich und seinen Vater nach. Das Jura-Studium hat er geschmissen. Und als der Vater das erfährt, dreht er dem Sohn den Geldhahn zu. „Das einzige, was ich jetzt noch für dich tun kann, ist nichts für dich zu tun“ – sagt der Vater, und vorbei ist es mit dem In-den-Tag-Hineinleben.

Schräge Dialoge, die oft ins Absurde abgleiten, geben dem Film den Drive. Sei es der Nachbar, der Obdachlose, die alte Mitschülerin, die beiden Kontrolleure in der U-Bahn. Dazu kommt ein großes Maß an Film-Ästhetik. Bildeinstellungen, Lichteinfälle, die man gerne ansieht. Gelungen ist die Schwarz-Weiß-Optik. Sie lässt den Film ernster wirken, als er wirklich ist, gibt ihm einen sentimentalen Touch. Das tut ihm gut, Tom Schilling wirkt so nicht so jugendlich wie in anderen Filmen. Man nimmt ihm ab, dass er in Berlin das Leben an ihm vorbeiziehen lässt.

Kleine Szenen des Berliner Alltags sind es, ein leiser Film über Berlin und über einen, der sich sucht. Das schönst Zitat aus dem Film bringt Nicos Problem auf den Punkt: „Kennst du das Gefühl, dass dir die Leute um dich herum merkwürdig erscheinen? Und je länger du darüber nachdenkst, desto klarer wird dir, dass nicht die Leute, sondern du selbst das Problem bist?“

Absolut sehenswert!

Oh Boy
Regie: Jan-Ole Gerster
Erscheinungsjahr: Deutschland 2012

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