Klack

Es ist ein leicht zu lesendes Buch, dieses „Klack“ von Klaus Modick. Und es ist ein Buch mit einem Sog: einem Sog, der einen immer mehr hineinzieht in die Geschichte von diesem Markus, der auf dem Dachboden die alte Agfa Klack findet. „Einlinsiges Objektiv. Rollfilm, Format 6×9“ – so beschreibt Klaus Modick die Kamera, die so heißt, weil der Auslöser beim Drücken eben klackt.

Mit dem Protagonisten Markus schaut auch der Leser Bild für Bild der alten Agfa Clack an. Und erfährt vor allem von Markus’ großer Liebe, Clarissa Tinotti aus Fasano. Der 14- oder 15-Jährige erlebt seine erste Liebe am Anfang der 60er Jahre. Und sein treuer Begleiter war dabei die Agfa Clack, ein Tombolagewinn beim Ostermarkt. Wann genau er die Kamera gewonnen hat, weiß Markus selbst nicht mehr genau, vielleicht ja 1961.

Wir befinden uns also in der Zeit der Schmalztolle, des Entenschwanzes und Connie Francis. An manchen Stellen des Buches, vor allem zu Beginn, wirkt die zeitgeschichtliche Einordnung dann aber doch zu aufgesetzt – alles, aber auch wirklich alles, was an Relevantem in den 60er Jahren geschehen ist, muss abgehandelt werden. Nichtsdestotrotz ist das Besondere des Buches, dass es einen ob man will oder nicht direkt in die 60er Jahre versetzt. An manchen Stellen zu gewollt, an anderen aber doch ganz und gar überzeugend. Seine größte Stärke hat das Buch, wenn der Autor lakonisch wird. Freilich geschieht das etwas zu selten.

Klaus Modick:
Klack

Kiepenheuer & Witsch,
ISBN 9783462045154

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